Alpenländische Spezialitäten und Literatur

Restaurant Jolesch (15)Restaurant-Tipp zum Roman:

Arno Geiger – Unter der Drachenwand

 

Das österreichische Restaurant „Jolesch“

Muskauer Straße 1, 10997 Berlin

 

Im Rahmen unserer regelmäßigen Literaturkreis-Treffen haben wir diesmal das österreichische Restaurant Jolesch gewählt, um Arno Geigers Roman „Unter der Drachenwand“ zu besprechen. Unsere Restaurantwahl orientiert sich immer am gelesenen Roman und somit passte das Jolesch doppelt gut, da Geiger gebürtiger Österreicher ist und er die Handlung seines Romans in Mondsee, einem Dorf in Österreich, ansiedelte.

 

Restaurant Jolesch (6)Das Jolesch in Berlin ist bereits seit 18 Jahren für seine österreichische Sterneküche bekannt. Zudem begeisterte uns das Restaurant mit seiner Affinität zur Literatur und entsprach somit genau unserem Blog-Motto „mit allen Sinnen lesen, erleben und genießen“. Denn die Namensgeberin des Restaurants ist die besagte Tante Jolesch, um die sich viele Rezepte ranken und die es meisterhaft verstand ihre Gäste zu bewirten. Sie ist auch die fiktive Hauptfigur in Friedrich Totebergs Geschichten „Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“ (dtv). Der gebürtige Wiener Schriftsteller lässt hierin die Atmosphäre des ehemals habsburgischen Kulturkreises und die Welt der Boheme in Budapest, Prag und Wien aufleben.

Das Jolesch hat ihr zu Ehren eine gleichnamige Torte kreiert. Die handgerührte Kürbiskernnusstorte mit feiner Nougatcremefüllung und schokoladiger Ummantelung ist unter den Gästen sehr beliebt. Weitere süße Köstlichkeiten wie hausgemachter Apfelstrudel, Kaiserschmarrn und die traditionelle Sacher-Torte locken ebenso auf der Karte. Natürlich geht es im selbsternannten „alpenländischen Außenposten des guten Geschmacks“ mit Klassikern wie Frittatensuppe, Tafelspitz und echtem Wiener Kalbsschnitzel auch deftig zu. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, findet das Jolesch mitten in Kreuzberg, an der Ecke Muskauer- und Zeughofstraße. Dort lädt es in gediegener Ausstattung und gemütlicher Atmosphäre zum Verweilen und Genießen ein.

 

 

Buchbesprechung zu Arno Geiger „Unter der Drachenwand“

Restaurant Jolesch (20)Der junge kriegsversehrte Soldat Veit Kolbe ist Protagonist in Geigers Roman. Von der Front Russlands zurückgekehrt, begibt er sich zur Genesung in das Gebiet „Unter der Drachenwand“. Wir befinden uns im Jahr 1944, der zweite Weltkrieg scheint schon verloren, doch niemand weiß wie lange er noch andauern wird. Genau diese Zeit der Ungewissheit greift Geiger sehr empathisch in seiner Geschichte auf. Hierzu hat er zahlreiche Briefe und Tagebücher der letzten Kriegstage gesichtet, welche er fiktiv in seine Handlung einbettet. Er lässt die Gefühle zwischen Einsamkeit und Hoffnung aufleben und bringt uns in besonderer Art und Weise diese Zeit nah.

Die komplette Rezension zum Roman Unter der Drachenwand findet ihr bereits auf dem Blog. Für uns war dieser, zuletzt mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnete Roman, ein ganz besonderes Leseerlebnis. Gern möchte ich euch noch auf einen weiteren Roman von Arno Geiger aufmerksam machen. In „Selbstportrait mit Flusspferd“ erzählt er von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens und der Suche der jungen Generation nach ihrem Platz in der heutigen Gesellschaft. Auch diesen Roman kann ich euch sehr ans Herz legen.

Unser nächstes Buch wird „Marléne“ von Philippe Dijan sein. Odette hat ihn bereits gelesen und hier auf dem Blog rezensiert. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch dieser Roman wieder für einen angeregten Abend unter Literatur-Freundinnen sorgen wird.

Weitere Infos:  http://jolesch.de/,   www.dtv.de/buch/friedrich-torberg-die-tante-jolesch-1266/

Bildquellen: Jacqueline Böttger

 

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