100 Jahre BAUHAUS

Frau BauhausGastbeitrag von Odette

 

Ausflugstipp: 100 Jahre BAUHAUS

Besuch des neueröffneten Bauhaus Museum in Weimar

 

Als Bauhaus Liebhaberin besuchte ich bereits vor diesem Jubiläum verschiedene Gebäude in meiner mitteldeutschen Heimat. Umso mehr freue ich mich auf neue Eindrücke, die mich nun im Bauhaus Jahr erwarten. In Magazinen wie Art und Monopol informierte ich mich über Veranstaltungen zum 100-jährigen Geburtstag. Parallel dazu las ich Jana Revedins Roman Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus. Bestens vorbereitet ging es im April nach Weimar.

 

 

Eröffnung Bauhaus Museum Weimar

Am 06. April 2019 eröffnete das neue Bauhaus Museum in Weimar zum 100-jährigen Jubiläum. Lange Schlangen bildeten sich am Wochenende vor dem gewaltigen Betonwürfel. Die räumliche Aufteilung erinnert mich an meine Besuche in den Meisterhäusern in Dessau. Über schmale kaskadenartige Treppen steigt man in die drei Ausstellungsetagen des Museums. Die Etagen sind durch Freiflächen mit Sicht auf die Innenhöfe aufgelockert und wirken sehr großflächig.

Erstaunt bin ich über die zahlreichen Exponate, die in der bestehenden Ausstellung nicht zugängig gemacht werden konnten, da das alte Bauhaus Museum in Weimar um ein Vielfaches kleiner war. Weimar besitzt die älteste Bauhaussammlung. Walter Gropius wählte dafür eigenhändig 168 Werkstattarbeiten aus. Mittlerweile umfasst die Sammlung 13.000 Objekte. Im ersten Obergeschoß findet man Studien der Vorkurse und Material von Studenten aus dem Unterricht. Die Vorkurse vermittelten Wissen um die Beschaffenheit der Rohstoffe. Und erst wer sie erfolgreich absolvierte, dürfte weiter studieren.

Wie in einem Möbelhaus sieht es im zweiten Obergeschoß des Museums aus. Eine Präsentation von Türklingenformen, wird von Stahlrohrstühlen, Gebrauchsgegenständen, Badeutensilien, Kinderspielzeug und einer kompletten Frankfurter Küche abgelöst. Ein Video aus Bauhauszeiten dokumentiert die Vorzüge der neuen praktischen Bauhausküche und stellt sie der Funktionsweise herkömmlicher Küchen gegenüber. Der Übergang von der Designhochschule zum Entwickler für die Industrie wird auf dieser Etage sichtbar.

Alle Obergeschosse sind in zwei Bereiche unterteilt. Die zweite Abteilung der 2. Etage präsentiert das Thema Theater und Bühne. Hier werden Dokumente zum Triadischen Ballett von Oskar Schlemmer gezeigt.

Mit den Worten „Was bleibt“ betritt der Besucher die oberste Ausstellungsetage. Diese ist den Architekten Gropius, Meyer und Mies gewidmet. In Schaukästen abgebildet, die von ihnen gebauten Gebäude und deren Möblierung. Nach Schließung des Bauhauses emigrierten die Gründer nach Amerika und führten dort ihre berufliche Laufbahn fort.

Das Bauhaus Museum Weimar ist sehr gut strukturiert und ein Besuch ist kurzweilig, vermittelt Wissen und macht Spaß, auch wenn Frau Bauhaus, aus dem Buch Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus, nirgends erwähnt wird. Trotzdem ist das Buch lesenswert und lockert die Fakten belletristisch auf.

 

Weitere Infos:   www.klassik-stiftung.de/bauhaus-museum-weimar/

Bildquellen:   Odette Nathke

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.