Crime – Das neue Magazin vom stern

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Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten.

stern Crime

Erscheinungsweise zweimonatlich

Ausgabe 01/2015, erschienen 06.06.2015, 4,80 EUR

 

Mit stern Crime ist seit Anfang Juni eine neue line-extension aus der stern-Redaktion im Handel erhältlich. Bekannt für interessante Geschichten, begleitet von oft sehr emotionalen Bildern und Fotostrecken, befasst sich der stern nun unter seinem gewählten Claim mitWahren Verbrechen. Wahren Geschichten.“ 

Die stern Crime-Headline kommt im Schreibmaschinen-Protokoll-Stil daher und schon sind wir mittendrin in der doch so faszinierenden Welt des Verbrechens.

 

Das Magazin berichtet über ausgewählte Kriminalfälle, deren Art und Weise der Aufklärung sowie den Schicksalen der Opfer. Darüber hinaus wird auch versucht, zu erkennen, welche Beweggründe einen Menschen zum Täter werden lassen. Eines sei noch vorweg genommen. Der Leser wird nicht mit blutrünstigen Reportagen konfrontiert, sondern die Beiträge sind sachlich und analysierend, so wie wir es vom stern erwarten dürfen. Es wird also nicht mit Sensation haschenden Fotos agiert, im Gegenteil die Persönlickeitsrechte der Opfer als auch der Täter werden beachtet und geschützt.

 

Spurlos und beklemmend

http://static.stern-crime.de/cri/bilder/a2/2e/28/full_teaser/stern-crime-editorial.jpegDas Cover mit dem Titelthema „Spurlos“, welches über das Verschwinden von mehr als 43 Frauen am Highway 16 in Kanada berichtet, wirkt bedrückend, etwas mysteriös und weckt mein Interesse. Die Titelstory beschäftigt sich mit einer Mordserie im Westen Kanadas, in deren Verlauf seit den sechziger Jahren immer wieder Frauen, meist inidianischer Abstammung, auf rätselhafte Weise verschwanden. Einige Frauen sind Mordopfer geworden andere sind bis heute verschwunden, aber eine polizeiliche Aufklärung erfolgt nicht und es hört einfach nicht auf…

Besonders interessant fand ich den Beitrag eines Kriminal-Hauptkommissars über seine Vernehmungstaktik, in dem ich erfuhr, welch wichtige Rolle ein Drehstuhl ohne Armlehnen spielt. Die Beobachtung der Hände ist für den Ermittler ein wichtiges Indiz, denn sie spiegeln jede Gefühlsregung des Verdächtigen wider und somit lässt sein Verhalten interessante Rückschlüsse zu. Des Weiteren berichtet das Heft über den sehr bewegenden Fall eines autistischen Kindes und seiner Mutter, wir begleiten einen Ermittler, den ein ungeklärter Mord an einem Jungen nicht loslässt und auch das Thema Stalker wird aufgegriffen.

Darüber hinaus gibt es für Hobby-Kriminalisten ein „Lexikon“ über Giftmorde. Ihre Substanzen, Wirkstoffe und Symptome werden an wahren Kriminalfällen aufgezeigt. Natürlich darf auch eine Buchempfehlung nicht fehlen. Das Interview mit dem Schriftsteller Friedrich Ani über das Thema „Wie schreibt man einen Krimi?“ könnte besonders für Hobby-Schreiber sehr interessant sein.

 

Die Zielgruppe im Visier

Ich bin nicht der typische Krimileser, aber ich könnte mir vorstellen, dass stern Crime vor allem Krimifans ansprechen wird. Da sich hier sehr viel auf der Gefühlsebene abspielt, sehe ich die Zielgruppe vor allem bei den Frauen. stern Crime selbst sagt, dass sie die Leser erreichen wollen, die den Nervenkitzel lieben, sich aber gleichzeitig für den psychologisch-sozialen Kontext realer Verbrechen interessieren.

Ich bin gespannt, wie das erste Magazin dieser Art von den Lesern angenommen wird und ob sich das Format stern Crime auf dem Printmarkt behaupten wird.

 

 

Weitere Infos:   www.stern-crime.de

Bildquelle:    Jacqueline Böttger – Cover,   http://static.stern-crime.de/cri/bilder/a2/2e/28/full_teaser/stern-crime-editorial.jpeg

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