Lynn Sherr – Swim

Lynn Sherr - Swim.pngGastrezension von Odette

Anleitung zum glücklichen Schwimmen

 

Lynn Sherr

Swim

Haffmans & Tolkemitt, erschienen Juni 2013, 251 Seiten, HC 19,99 €

 

Winterzeit, die Seen und Flüsse sind zugefroren, die Schwimmhallen überfüllt. Wer trotzdem nicht auf das Schwimmen verzichten möchte, liest Swim von Lynn Sherr und frischt sein Wissen auf dem theoretischen Gebiet auf.

Auch ich tauchte ab, in die kulturgeschichtliche und historische Welt des Schwimmens und verfolgte Lynn bei der Querung des Hellesponts. Diese Meerenge verbindet Europa mit Asien. Der Hellespont wurde berühmt in einer historischen Sage. Eine romantische Geschichte berichtet über die innige Liebe von Leander und Hero. Leander schwimmt jede Nacht zu seiner Geliebten Hero. Diese hängt zur Orientierung eine Laterne heraus. In einer stürmischen Nacht bläßt der Wind diese aus und Leander kann sich nicht orientieren und ertrinkt.

Der Dichter George Gordon alias Lord Byron, Literat und Meisterschwimmer, war von der Geschichte so fasziniert und ahmt Leanders Tat nach. Jahre später wird daraus ein jährliches Schwimmevent, für das auch die Autorin Lynn Sherr trainiert.

 

Trainigstipps für Profis und die es noch werden wollen

 

In zahlreichen Kapiteln, welche die Etappen ihres Trainings bekleiden, erfährt man, wie alt das Schwimmen ist. Bereits die Griechen und Römer, in den ersten Jahrhunderten unser Zeitrechnung, verehrten förmlich das Schwimmen. Im Mittelalter stagnierte es ein wenig, schwer sich die Germanen mit ihren Pelzen in den kühlen Fluten der europäischen Gewässer vorzustellen.

Dagegen beeindruckten die Afrikaner vieler Stämme die Kolonialisten mit ihren Schwimmkünsten. Um so trauriger, dass ihnen der Rassismus durch das Schwimmverbot den Spaß am Schwimmen nahm. Mit der Renaissance kehrte das Schwimmen zurück. 1874 wurden Wettschwimmen in der Themse durchgeführt. Wer nun Lust auf Freiwasserwettkämpfe der heutigen Zeit bekommt, dem werden Events, wie die Flucht von Alcatraz, die Querung des East Rivers von Brooklyn nach Manhattan und das Umrunden der Freiheitsstatue empfohlen.

Natürlich ist es nützlich bei der Analyse seines eigenen Schwimmstiles, sich auch Gedanken über die Entwicklung der Schwimmstile und die Geschichte der Schwimmtechnik zu machen. Zahlreiche lustige Illustrationen und wissenswerte Episoden lockern diese Kapitel auf. Der Urschwimmstil wurde den Fröschen abgeschaut und es ist kein Witz, dass sich Schwimmer Frösche in Gläsern hielten, um die Technik zu lernen. Großes Kino!

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich exklusiv mit der Architektur von Swimmingpools in Florida Mitte des 19. Jahrhunderts. Wer noch mehr über das Schwimmen erfahren möchte, dem wird ein Ausflug nach Fort Lauderdale in die internationale Ruhmeshalle des Schwimmens empfohlen oder er schaut sich auf youtube einen Ausschnitt des 1934 gedrehten Tarzan Filmes mit den Schwimmstars Josephine McKim und Johnny Weismüller „Tarzan und his mate“ – river scene an. Zur Nachahmung in dieser Jahreszeit wird dies allerdings nur amtierenden Eisschwimmern empfohlen.

 

http://haffmans-tolkemitt.de/wp-content/files_flutter/1373274350Sherr_Lynn_290px_RGB.jpgLynn Sherr (*1942 in Philadelphia) ist Journalistin, Autorin und Feministin. Als Kleinkind lernte sie schwimmen, indem sie den Fröschen im heimischen See zusah. Als Korrespondentin ist sie seit über 30 Jahren bei ABC News tätig und wurde 1994 mit dem George Foster Peabody Award ausgezeichnet. Sherr lebt in New York.

Quelle:   Haffmans & Tolkemitt

 

 

Weitere Infos:   http://haffmans-tolkemitt.de/programm/lynn-sherr-swim/

Bildquelle:   Jacqueline Böttger – Cover,   http://haffmans-tolkemitt.de/wp-content/files_flutter/1373274350Sherr_Lynn_290px_RGB.jpg

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