Interview mit Rhidian Brook zum Roman „Niemandsland“

Filmplakat Niemandsland - The AftermathGastbeitrag von Odette

 

„The Aftermath“ – Der Film zum Buch jetzt im Kino

Rhidian Brook – Niemandsland

 

Im Oktober 2017 las ich das Buch Niemandsland. Die Buchempfehlung bekam ich von einer Freundin aus Hamburg. Begeistert von der Geschichte, schrieb ich eine Rezension, welche im Juni 2018 hier auf dem Blog veröffentlicht wurde.

Nun erscheint am 11. April 2019 der Film zum Buch. In den Hauptrollen: Keira Knightley, Alexander Skarsgård, Jason Clarke, Jannik Schümann und Flora Thiemann. Produziert wurde der Film von Ridley Scott. Der Regisseur ist James Kent.

NIEMANDSLAND – THE AFTERMATH spielt nach dem Krieg 1946 in Deutschland. Rachael Morgan (Keira Knightley) kommt während des eiskalten Winters im zerbombten Hamburg an. Sie wird wieder bei ihrem Ehemann Lewis (Jason Clarke) leben, einem britischen Oberstleutnant, der damit beauftragt ist, die zerstörte Stadt wiederaufzubauen. Doch als sie sich auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause befinden, muss Rachael verblüfft feststellen, dass Lewis eine unerwartete Entscheidung getroffen hat: Sie werden sich das herrschaftliche Haus mit dem vorherigen Eigentümer, einem deutschen Witwer (Alexander Skarsgård), und seiner aufgewühlten Tochter (Flora Thiemann) teilen. In dieser aufgeladenen Atmosphäre verwandeln sich Feindschaft und Trauer in Leidenschaft und Betrug.

Quelle: FRANDLY PR

Über die deutsche Agentur des Schriftstellers Rhidian Brook bekam ich die Möglichkeit dem Autor Fragen zum Buch zustellen. Hier nun lest ihr das Interview, welches ich mit ihm per E-Mail in englischer Sprache führen durfte.

 

 

Autor Rhidian Brook

Rhidian Brook

Wann und bei welcher Gelegenheit erfuhren Sie von ihrem Großvater über seine Erlebnisse im 2. Weltkrieg?

Mein Vater erzählte mit die ganze Geschichte 2001. Er erzählte es mir in seinem Haus in Wales und ich kann mich noch erinnern, dass ich danach sagte „Das muss ich irgendwann aufschreiben“.

 

In welcher Situation dachten Sie das erste Mal daran, ein Buch zu schreiben, welches über die Erlebnisse ihres Großvaters berichtet.

Kurz nachdem mir mein Vater die gesamte Geschichte 2001 erzählte, schrieb ich eine Gliederung über Großvaters Entscheidung, dass Haus mit Deutschen zu teilen. Ich war mir nicht sicher, ob es ein Buch, ein Film oder ein Spiel wird. Für eine Weile vergaß ich es in der Schublade. Ich erwähnte die Idee beim Gespräch mit Freunden und mein Literaturagent sagte, ich soll einen Roman schreiben.

Erst 2007, nachdem ich das Haus in Hamburg besuchte und die Familie, mit der meine Familie das Haus geteilt hatte traf, begann ich das Schreiben. Es verging eine Weile, bis 2017 Scott Free mir den Auftrag für ein Drehbuch gab. Ich schrieb das Drehbuch und hatte noch genügend Stoff für einen Roman.

 

Befragten Sie Zeitzeugen in Hamburg und recherchierten Sie in Hamburg?

Ja, das tat ich. Augenscheinlich erhielt ich eine Menge Informationen von meinem Vater und seinem Bruder. Aber ich sprach auch mit der Familie, mit der sie das Haus teilten.

 

With my Dad on steps of the house

Rhidian Brook und sein Vater vor dem Haus

Reisten Sie für Forschungszwecke nach Hamburg?

2007, als ich daran dachte das Buch zu schreiben. Und nochmals 2012 mit meinem Vater.

 

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Am Schreibtisch bin ich 8:30. Ich schreibe bis 13 Uhr, mit viel Kaffee dazwischen.

 

Freda, Luberts Tochter fand ich im Buch sehr glaubhaft beschrieben. Auch die Dreiecksbeziehung macht Sinn. Reflektiert das Ende im Buch die aktuelle Situation von damals?

Nein, es gab keine Romantik im wahren Leben. Obwohl mein Vater, damals neun und das deutsche Mädchen, in seinem Alter, Freunde wurden. Die Familien teilte sich das Haus fünf Jahre lang. Mein Großvater verließ es 1951.

 

Nun zum Schluss. Wie fühlt es sich an, die Geschichte des Großvaters auf einem großen Bildschirm zu sehen?

Insgesamt bin ich sehr stolz, zu wissen, dass die Geschichte ein breites Publikum erreicht. Obwohl der Roman mehr Inhalt und Komplexität enthält. Im Film ist das schwer herüberzubringen.

 

 

Ich bedanke mich herzlich bei Rhidian Brook für das geführte Interview und bei Anne Bombien von FRANDLY PR für die Vermittlung des Kontaktes.

 

Bildquellen:   Agentur FRANDLY PR

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