Ingrid Noll – Goldschatz

Ingrid Noll - Goldschatz (5).jpgGeldsegen mit Hindernissen

 

Ingrid Noll

Goldschatz

Diogenes, erschienen Februar 2019, 368 Seiten, HC 24,00 €

 

Ihr langjähriger, kürzlich verstorbener Freund Tomi Ungerer bezeichnete Ingrid Noll „als wild auf ihrer Schreibmaschine tippende Schriftstellerin…, der der Tod von hinten diktiert“. Die besten Ideen kommen ihr beim Gemüseputzen. Das erklärt vielleicht, warum sie sich immer wieder in überraschenden Gefilden bewegt. So blies sie noch vor kurzem zur Jagd und ließ in Halali zwei Sekretärinnen des Innenministeriums in den frühen Fünfzigern auf geheimen Männerfang gehen.

Im aktuellen Roman geht es indes auf Goldschatz und dies wirbelt eine noch in Gründung befindliche Studenten-WG gehörig durcheinander. Auch in ihrem hohen Alter nimmt Noll das gesellschaftspolitische Leben und deren Trends in ihren Romanen auf. So spielt in Goldschatz das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine Rolle, indem sie ihre Protagonisten ein altes Bauernhaus wieder auf Vordermann bringen lässt. 

Nach dem Tod der Großtante geht ein vom Verfall bedrohtes Haus in Ritas Familienbesitz über. Da ihre Eltern kein Interesse an der Nutzung zeigen und den Ausbau für ein Fass ohne Boden halten, versucht Rita mit Unterstützung ihrer Freunde den Abriss zu verhindern und es wieder nutzbar zu machen. Ihr Freund Henry ist natürlich gesetzt und darüber hinaus werden drei weitere WG-taugliche und möglichst handwerklich talentierte Mitbewohner ausgesucht.

Ziel ist eine Wohngemeinschaft und ihren Eintritt bezahlen die Studenten mit der Beteiligung an der Restaurierung des alten Bauernhauses. Beim Aufräumen, Anpacken und Ausbauen kommen so einige ungeahnte Probleme der Bausubstanz ans Licht, aber auch die persönlichen Vorlieben und Eigenheiten sorgen für Zündstoff untereinander. Zudem beäugt der kauzige alte Hausnachbar Gerhard Gläser das plötzliche Geschehen in Emmas Haus, für das er immer noch einen Schlüssel hat, skeptisch. Mit Emma verband ihn nicht nur eine langjährige Freundschaft, sondern auch ein Geheimnis, bei dem auch der Tod eine Rolle spielt. Mysteriöse Fundstücke wie Knochen im Gemüsegarten heizen die Fantasien an. Als Rita und ihrer Freundin Saskia in Emmas Trödel auch noch ein Säckchen mit Goldmünzen in die Hände fallen, nimmt die Schatzsuche ihren Lauf.

 

Ingrid Noll - Lesung Goldschatz Berlin (2)

Ingrid Noll bei der Lesung von „Goldschatz“ in Berlin

Humorvoll und spannend zugleich nimmt uns Ingrid Noll mit auf diese Entdeckungstour. Natürlich ergeben sich dabei einige Hindernisse, die ihre Protagonisten mehr oder minder erfolgreich meistern. Auch im hohen Alter von 84 Jahren begibt sich Ingrid Noll auf Buchmessen und Lesereise. Dort begeistert sie wie keine andere ihre Fans. Im April war sie in Berlin, weitere Termin findet ihr unter diesem Link.

Ingrid Noll, geboren 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Großmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt zu Bestsellern wurden. 2005 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren für ihr Gesamtwerk.

Quelle:   Diogenes

 

Weitere Infos:   www.diogenes.ch/leser/titel/ingrid-noll/goldschatz-9783257070545.html,   www.diogenes.ch/leser/autoren/n/ingrid-noll.html

Bildquellen:   Jacqueline Böttger

 

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