Glücksorte in Köln

Glücksorte in Köln (1)Mit Kunst, Kultur und Genuss auf Tour

 

Glücksorte in Köln

DROSTE Verlag, erschienen September 2017, 168 Seiten, TB 14,99 €

 

Glücksorte in Köln stimmt uns gleich auf den ersten Seiten mit einem Wort-ABC zu den Begriffen für Glück, Ort und Köln ein. Da ich bereits mehrmals Köln besuchte, habe ich schon einige der vorgestellten Glücksorte für mich entdeckt. Im Juni war ich gleich mit zwei Stadtführern im Buchformat unterwegs, bewegte mich nun an „glücklichen Orten“ und auf „literarischen Spuren“. Im Gepäck waren somit Glücksorte in Köln und Literarisches Köln, welche ich euch in separaten Beiträgen vorstellen werde.

 

Das Buch Glücksorte in Köln hat zwei Klappen, die sich gut als Lesezeichen verwenden lassen. So findet man seinen aktuellen Glücksort schnell wieder. Die 80 vorgestellten Glücksorte sind nummeriert, jedem ist eine Doppelseite gewidmet. Auf der linken Seite erzählt die Autorin eine Geschichte mit persönlichen Erlebnissen und rechts bereichert ein stimmungsvolles Foto den jeweiligen Glücksort. Beides so gestaltet, dass man sofort Lust hat, diesen selbst zu entdecken. Leider fehlt mir eine geografische Karte bzw. ein Stadtplan mit den eingezeichneten Orten, um für die Planung einer Köln-Tour die Entfernungen einschätzen und sich orientieren zu können.

Gern möchte ich euch von meinen Erlebnissen, deren Grundlage eine Auswahl der Glücksorte in Köln sind, berichten. Die besuchten Orte habe ich mit der Ziffer versehen, unter der ihr im Buch die passende Anekdote findet. Lehnt euch nun zurück, genießt die Glücksorte und lasst euch für euren eigenen Köln-Besuch inspirieren. Glücksorte in Köln kann hier ein guter Begleiter sein.

Bei meinen vorherigen Besuchen habe ich natürlich schon den Kölner Dom (1) besucht. Eine Fahrt mit der Kölner Seilbahn (10), kurz aber mit sehr schöner Aussicht, führte mich damals über den Rhein und hinein in das frühere Deutzer Industrieviertel (64). Hier trifft man auf interessante Streetart als auch bereits restaurierte Fabrikgebäude mit Ateliers und Hotels. Ebenso lohnt sich ein Rhein-Spaziergang entlang der Mühlheimer Brücke (6). Ein Frühstück im traditionellen Café Jakubowski (16) ist für einen gemütlichen, genussvollen Start in den Tag sehr zu empfehlen.

 

 

 

Neu entdeckt

Collage Köln (1)Wie bereits berichtet, besuchten wir im Juni zunächst die LitBlog Convention und starteten anschließend zu unserer Kölner Glücksorte-Tour. Unser erstes Ziel am späten Samstagnachmittag war das geschichtsträchtige Café Reichard (41). Schon in frühen Jahren trafen sich hier Intellektuelle verschiedener Couleur. Sie genossen beim Blick auf den Kölner Dom das traditionelle Ambiente und die gute Küche. Damals wie heute ist das Café Reichard einen Besuch wert. Besonders empfohlen wird hier, die Toiletten aufzusuchen, denn diese sind der Clou. Hier ist alles im asiatischen Stil, überhaupt nicht zum sonstigen Inventar passend, eingerichtet. Die Türen zu den WCs sind aus Klarglas, welches sich beim Verschließen wie von Geisterhand in Milchglas verwandelt. Auf der Terrasse sitzend gönnten wir uns ein leckeres Essen und natürlich ein Kölsch. Dazu lasen wir die passende Geschichte aus den Glücksorten und genossen den wunderschönen Blick auf den Dom. An dieser Stelle bietet sich ein Hinweis auf den Beitrag Literarisches Köln an, der noch einige historische Informationen enthält.

 

 

Unser nächstes Ziel waren Brunnen, die jeder Kölner kennt. Natürlich der 4711-Brunnen, zu finden im „House of 4711“ in der Glockengasse (73) und der auf einer historischen Sage beruhende Heinzelmännchenbrunnen (55). Mehr zu August Kopisch, dem Verfasser der Sage, erfahrt ihr ebenso im Beitrag Literarisches Köln. Ein weiteres Wahrzeichen ist das Willy Millowitsch-Denkmal (15), dessen Familie seit Jahrzehnten das kulturelle Leben der Stadt prägte. Auf dem gleichnamigen Platz steht eine Bank, auf der man sich gemütlich zu Willy Millowitsch setzen und das Treiben drum herum beobachten kann. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Patisserie Törtchen, Törtchen (4). Leider war diese schon geschlossen. Da die Törtchen dort besonders lecker sein sollen, steht das Törtchen, Törtchen jetzt auf meiner Wunschliste für den nächsten Köln-Besuch. Ebenfalls einen Besuch wert, ist das an der Ecke befindliche Antiquariat. Dies erstreckt sich über mehrere Etagen und bereits aus der Ferne, locken an der Fassade angebrachte Bücher zu einem Besuch.

Unseren Abend ließen wir im ersten japanischen Restaurant Kölns, dem Kintaro (79) ausklingen. Noch heute wird es von der Inhaberin Heidi und ihrem japanischen Mann geführt. Das junge japanische Team versteht sein Handwerk und zaubert frische Sushi-Köstlichkeiten auf den Tisch. Begonnen wird mit der traditionellen Reinigung der Hände mit einem heißen Tuch, bevor man sich beim Anblick der Sushi-Karte kaum entscheiden kann. Heidi berät und hat für ihre (Stamm)Gäste immer einen typisch rheinländischen Smalltalk parat. Mit diesem kulinarischen Abend stimmten wir uns auf den Besuch des Museums für ostasiatische Kunst am nächsten Tag ein.

 

 

 

Kunstgenuss

Gefrühstückt wurde zunächst im Cafè Bauturm (56). Dies befindet sich in einem Theater und empfing uns mit einer Ausstellung von Saxa. Auf den Bildern sind Portraits von Antony Hopkins, Romy Schneider, Roger Willemsen und David Bowie zu sehen, die aus Schriften und Sätzen generiert sind. Das ausgewählte Frühstück wird mittels Ankreuzen auf einem Vordruck von der umfangreichen Karte bestellt. Hier kann man rund um die Uhr von süß bis herzhaft frühstücken, für jeden Geschmack und Appetit ist etwas dabei. Am Wochenende ist das Bauturm sehr begehrt. Sollte es nicht mit einem Platz klappen, kann ich auch das nebenan liegende Café Schmitz, nur eines von vielen Cafés in der Aachenerstrasse, empfehlen.

 

 

 

Frisch gestärkt begaben wir uns auf den Weg, vorbei am Aachener Weiher (11), zum Museum für asiatische Kunst (9). Auch hier lädt das Cafe „Teegenuss“, welches mit einem wunderschönen Blick auf den See des Aachener Weihers verwöhnt, zum Verweilen ein. Doch unser Ziel war natürlich die Ausstellung zur japanischen Kultur. Neben der Dauerausstellung läuft gerade eine aktuelle Schau mit dem Thema „Das gedruckte Bild“. Zu sehen sind Holzschnitte aus dem 17./18. Jahrhundert, die eindrucks- und kunstvoll den Alltag der Geishas und Kurtisanen zeigt. Eine gute Nachricht zum Schluss, die Ausstellung wurde jetzt bis Ende September verlängert. Einen Besuch kann ich euch sehr empfehlen. In Kombination mit dem Kintaro ein kulinarischer Kunstgenuss.

 

 

 

Meine ganz persönlichen Glücksorte

Als kleinen Nachtrag möchte ich euch noch meine Glücksorte empfehlen. Diese sind zwar nicht im Buch enthalten, aber auch einen Besuch wert. Dazu gehört unbedingt die „Flora“ im Botanischen Garten. Hier findet ihr ein Selbstbedienungscafé mit leckeren Snacks in Gläsern sowie der Möglichkeit sich Körbe, Decken und Hüte für ein Picknick im schön angelegten Park zu leihen. Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld habe ich das wunderschöne Literaturcafé Goldmund, mit moderner Küche und ganz vielen Büchern, entdeckt. Man kann drinnen als auch draußen sitzen und es sich mit einem Buch in der Hand, so richtig gut gehen lassen. Last but not least, der TASCHEN-Flagshipstore am Neumarkt. Ein Paradies mit wunderschönen Büchern und Bildbänden, in denen man stundenlang abtauchen kann. Schaut einfach mal vorbei, es lohnt sich!

 

 

 

 

Darüber hinaus sind in Köln viele bekannte Verlage ansässig. Die kann man zwar nicht einfach so besuchen, aber vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, beim Verlag Kiepenheuer & Witsch hinter die Kulissen zu schauen. Unter dem folgenden Link gelangt ihr zum Beitrag.

Die Autorin Melanie Brozeit ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und Wahlkölnerin. Die von ihr ausgesuchten Glücksorte sind authentisch. Man bewegt sich abseits des touristischen Mainstreams, nimmt aber dennoch die wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Köln mit. Die Auswahl der Glücksorte hat mir sehr gut gefallen, wobei die Definition Glück ja für jeden Menschen eine andere ist.

Die Reihe „Glücksorte“ wird vom DROSTE Verlag verlegt und regelmäßig erweitert. So erscheint demnächst Glücksorte in Berlin, Glücksorte in Leipzig ist in Planung. Beide Bücher sind für das Lesevergnügen-Team natürlich auch sehr interessant. Diese etwas anderen Stadtführer kann ich euch sehr empfehlen, da sie auch für Ortsansässige, interessante Tipps und neue Entdeckungen parat haben.

 

Weitere Infos:   https://www.droste-verlag.de/buecher/gluecksorte-in-koeln/

Bildquellen:   Jacqueline Böttger

 

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