Sonderausstellungen im Deutschen Historischen Museum

Ausstellung Gier nach neuen BildernGier nach neuen Bildern

Flugblatt, Bilderbogen, Comicstrip

vom 29. September 2017 bis 08. April 2018

 

Eines steht außer Frage, ein Museumsbesuch lohnt sich jederzeit, um seine Kenntnisse aufzufrischen und Neues zu entdecken. Genau deshalb möchte ich euch heute auf eine sehenswerte Sonderausstellung im DHM in Berlin aufmerksam machen. Gleich zwei Ausstellungen befassen sich mit Wissenswertem „rund ums Bild“. 

Bilder sind in unserer heutigen Zeit selbstverständlich und unverzichtbar zugleich. Ob digitale Bilderflut oder analoge Fotografie, überall sind sie präsent. Somit hat sich auch unser Umgang mit diesem Medium in den letzten Jahrhunderten verändert. Einen besonderen Einblick in dieses Geschehen bot die Ausstellung Die Erfindung der Pressefotografie“, welche nach der Verlängerung bis zum 01. Januar 2018 nun beendet ist. Diese Gemeinschaftsausstellung der Axel Springer Syndication GmbH und dem Deutschen Historischen Museum beschäftigt sich mit der Veränderung der Presselandschaft, genauer gesagt der Printmedien.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog die Fotografie in die Zeitungswelt ein und entwickelte sich zu einem eigenen Genre. Mit Millionenauflagen konnten breite Schichten der Bevölkerung erreicht werden. Die Ausstellung zeigte die technische und stilistische Entwicklung des Fotodrucks sowie die zunehmende Professionalisierung des Fotojournalismus in Deutschland. Die Darstellung dieser Grundlagen bot eine sehr gute Überleitung zur zweiten Sonderausstellung, welche noch bis Anfang April 2018 besucht werden kann.

 

Sonderausstellung: Gier nach neuen Bildern

Die Neugier und die Sensationslust nach neuen Nachrichten waren damals bereits so groß wie heute. Und so lockt diese Ausstellung seine Besucher mit Flugblättern, Bilderbögen und Comicstrips, um den „Bildjournalismus“ vor der Fotografie zu dokumentieren.

Wie die Ausstellung der Pressefotografie bereits zeigte, sind Bild und Wort seit jeher eng miteinander verbunden. Diente das Bild zunächst der Verdeutlichung von Ereignissen und Vorschriften, so wurde es zunehmend auch zur Ergänzung von Schriften genutzt. Zeitgeschichtliche Ereignisse konnten nun in besonderem Maße festgehalten, Emotionen und Situationen auf verschiedene Weise eingefangen werden. Hier gilt „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Es entwickelten sich unterschiedliche Stile der Bildgestaltung.

Verschiedene graphische Techniken wie Holzschnitt, Kupferstich und Holzstich kamen zum Einsatz. Eine Auswahl von 180 originalen graphischen Nachrichtenblättern aus dem Sammlungsbestand des Deutschen Historischen Museums, ergänzt um Bilderfolgen in Medienstationen, ist zu sehen. Präsentiert werden sozusagen drei Geschäftsmodelle, die sich vom 16. bis ins 20. Jahrhundert kaum verändert haben. Hierzu gehört die Sensationspresse, die mit Bildern von Naturkatastrophen oder Neuigkeiten aus den Adelshäusern, das breite Publikum abholte. Darüber hinaus konnte anhand von Bildern politische Kritik geübt werden. Es entwickelte sich die Satire, welche Bilder im wahrsten Sinne sprechen ließ. Die lehrreiche und humorvolle Klientel wurde in Bilderbögen als auch Comicstrips der damaligen Zeit fündig. So sind bereits frühe Ausgaben der Zeitschriften „Micky Maus“ und „MOSAIK“ ausgestellt. Für einen printaffinen Menschen wie mich, ein besonderer Anblick.

Parallelen zur heutigen Zeit und der entsprechenden Entwicklung der Printmedien mit Boulevardpresse, Satire- und Nachrichtenmagazinen als auch Comic-Magazinen sind sichtbar. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich einige Zeit der digitalen Bilderwelt zu entziehen und die analoge Entschleunigung der Exponate zu genießen. Für Nostalgiker und Haptiker zugleich ein Erlebnis.

 

 

Weitere Infos:   www.dhm.de/ausstellungen/gier-nach-neuen-bildern.htmlwww.dhm.de/ausstellungen/die-erfindung-der-pressefotografie.html

Bildquelle:   Jacqueline Böttger

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