T.C. Boyle in town!

T.C. Boyle in town!Exklusives get-together beim Hanser Literaturverlag in Berlin

 

Unter dem Motto „T.C. Boyle in town!“ flatterte die Einladung im Januar in mein E-Mail-Postfach. Allein das Öffnen dieser Einladung war ein Erlebnis und warf große Schatten voraus. Ein sich selbst öffnender Umschlag mit Chucks-Briefmarke brachte das Event mit einer postcard im typischen T.C. Boyle-Style zum Vorschein. Ein get-together im exklusiven Rahmen für BloggerInnen und BuchhändlerInnen in den Berliner Verlagsräumen des Hanser Literaturverlages stand bevor. 

Das Glück, T.C. Boyle hautnah zu erleben, hatte ich bereits 2012 in der Berliner Volksbühne. Nach der Lesung signierte er mein Buch „Wenn das Schlachten vorbei ist“ und nahm sich Zeit für einen Smalltalk. Wunderbar warmherzig zog er mich schon damals in seinen Bann und er ist bis heute my favorite author.

 

 

Ein get-together noch vor der offiziellen Lesung in Berlin!

In einem sehr persönlichen Kreis, bestehend aus Mitarbeitern des Hanser Literaturverlages, ausgewählten BloggerInnen und natürlich dem Star des Abends T.C. Boyle. In Begleitung seiner Tochter Carry, ebenfalls Schriftstellerin und Filmemacherin, konnten wir nun unsere Fragen an den Autor und zum Buch loswerden.

Zunächst verriet uns T.C. Boyle, dass seine Bücher immer unter einem Motto stehen. Dieses ist zumeist als Zitat auf der ersten Seite des Romans zu finden und leitet ihn sozusagen durch seinen Roman. Er selbst bezeichnet das Schreiben als einen organischen Prozess. Zu Beginn liegen ihm zwar die Charaktere seiner Personen im Groben vor, sie entwickeln sich aber erst im Verlauf des Schreibens zu den typischen markanten Boyle-Figuren mit Ecken und Kanten.

http://files.hanser.de/hanser/pics/978-3-446-24737-6_214112511283-55.jpgDie Geschichte von „Hart auf Hart“ beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2012. Ein junger Mann, welcher später den Hauptakteur Adam prägte, wurde nach einer Straftat, mehr als fünf Wochen in den Kalifornischen Hills von der Polizei unter Einsatz modernsten Technik gesucht. Für seine Romane recherchiert Boyle im Web und fährt an Orte des Geschehens, führt aber niemals Gespräche mit beteiligten Personen. Er baut auf Fakten, will seine Charaktere aber selbst formen.

Boyle schreibt jährlich ein Buch und seine Botschaft ist ganz einfach „JOY“! Die Freude am Schreiben, am Vorlesen und der Kommunikation mit seinen Fans ist das Wichtigste für ihn. Er sagte einmal, dass er so viele Bücher schreiben möchte, dass auch nach seinem Tod weiterhin jährlich ein Buch veröffentlicht werden könnte. Ja, das ist Boyle – aber daran wollen wir jetzt noch lange nicht denken.

Bisher hat er mehr als 20 Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und sieht sich als Erneuerer der amerikanischen Literatur. Mit seinen Figuren gibt T.C. Boyle wie er selbst sagt, einen Einblick in die „amerikanische Seele“. Sie sind in den meisten Fällen Antihelden mit dunklen Seiten, welche oft an ihrem Leben scheitern.

T.C. Boyles Romane bewegen sich in verschiedenen Zeiten, es ist ein stetiger Wechsel von Gegenwart und Vergangheit. Sein nächster Roman steht schon in den Startlöchern und könnte diesmal in der Zukunft spielen. Im Vordergrund steht ein „Experiment“ bei dem vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen, in einem isolierten Raum leben. Hier werden sich die autoritären Personlichkeiten wieder „entpuppen“ und das Ganze nimmt wahrscheinlich in Sex and Crime seinen Lauf. Details wollte T.C. hierzu natürlich noch nicht verraten, aber wir können wie immer sehr gespannt sein.

 

 

Romane sind wie Rockkonzerte“

Sagt Boyle über seine Romane und er muss es wissen, denn er spielte in seiner Jugend selbst viele Jahre in einer Rockband. Zum Roman „Hart auf Hart“ gibt es für T.C. Boyle auch einen Soundtrack im Kopf. Der Titel „The harder they come“ von Jimmy Cliff (1972) ist ein Reggae-Song, mit schöner Melodie aber knallhartem Text – also passend zur Hart auf Hart-Gesellschaftskritik. Und ich finde es passt perfekt zum 66-jährigen T.C. Boyle, seinem Schreibstil und seiner rockigen Erscheinung.

Über siT.C.Boyle mit Bloggern bei Hanser Berlinch selbst sagt er, er sei ein Entertainer. Bei seinen Buchvorstellungen liebt er die Öffentlichkeit, gibt gern und ausführlich Interviews. Man hat wirklich nie das Gefühl, dass es ihn nervt. Im Gegenteil, er ist sympathisch und publikumsnah, liebt seine Fans und genießt ihre Aufmerksamkeit. Er versteht es, ihnen soviel Herz und Wärme entgegen zu bringen, dass sie geduldig auf seinen nächsten Romans warten können. Man muss ihn einfach lieben! Nach seinen Auftritten verwandelt sich T.C. Boyle wieder in einen typischen introvertierten Autor, scheut die Öffentlichkeit und schreibt bereits an seinem nächsten Buch. Und dann kommt the procedure as every year – das nächste Buch!

Nach dieser wunderbaren Gesprächsrunde signierte er mein Buch und stand auch für eine kleine Fotosession sehr gern zur Verfügung. Im Anschluß fand mit den geladenen BuchhändlerInnen noch ein Podiumsgespräch statt und der Abend klang mit einem netten ungezwungenen Beisammensein aus.

Meine Erinnerungen an diesen wunderbaren Abend konnte ich gestern bei der dreistündigen Sondersendung mit T.C. Boyle auf radioeins nochmals genießen und dazu meine „Bilder im Kopf“ Revue passieren lassen.

 

 

Weltpremiere der Lesung „Hart auf Hart“

Seine Deutschlandtour startete am Sonntag, 15.02.15 in Leipzig. Nach einem kurzem Abstecher am Dienstag, 17.02.15 in die radioeins-Redaktion als Stargast bei Jörg Thadeusz und Marion Brasch, wird er nun heute den Großen Sendesaal des rbb in Berlin rocken.

Heute Abend gibt T.C. Boyle wie es so schön heißt seine Weltpremiere für „Hart auf Hart“, welche bereits seit Wochen ausverkauft ist. Weltpremiere wohl deshalb, weil sein Roman in Deutschland sogar zwei Monate vor dem eigentlichen Erscheinungstermin (April 2015) in den USA startet. Eine besondere Freude für alle T.C.-Fans. Lesungen mit T.C. Boyle sind immer ein besonders Erlebnis – eigentlich schon eine Perfomance. Für „Hart auf Hart“ hat er sich nach eigener Angabe wieder etwas Neues einfallen lassen. Er wird nicht als Vorleser sondern als eine Art Schauspieler in einem inszenierten Theaterstück auftreten. Die Fans können also sehr gespannt sein und ich bin sicher, dass sie ein unvergessliches Erlebnis werden wird.

Viel (Lese)-Vergnügen!

 

 

Weitere Infos:   www.hanser-literaturverlage.de,   www.radioeins.de/themen/_/tcboyle/index.html

Bildquellen:   Jacqueline Böttger – diverse, http://files.hanser.de/hanser/pics/978-3-446-24737-6_214112511283-55.jpg

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