Bordlektüre

Bordlektüre.jpgMit Fitzek, Wallace und Kader auf Flusskreuzfahrt

 

 

Diesmal berichtet euch meine Freundin Odette von ihrer Flusskreuzfahrt auf dem Rhein. Mit im „Gepäck“ ihre Mutter, spannende Ausflugsziele und drei Bücher zum Thema Kreuzfahrt, welche unterschiedlicher kaum sein können.

Sebastian Fitzek – Passagier 23, Droemer Knaur, erschienen Oktober 2014, 432 Seiten, HC 19,99 Euro

David Foster Wallace – Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich, Goldmann, erschienen 2005, 192 Seiten, TB 7,99 Euro

Slimane Kader – Ocean King, Droemer Knaur, erschienen Juni 2015, 224 Seiten, TB 12,99 Euro

Aber lest selbst…

 

Die Flusskreuzfahrt auf dem Rhein rückte immer näher und passend zu diesem Thema deckte ich mich mit Literatur ein. Nein, nicht mit der üblichen Reiseinformationslektüre, sondern mit Romanen, welche das Thema Kreuzfahrt beschreiben, wollte ich den Urlaub auf dem Boot verbringen. Mit an Bord nahm ich Sebastian Fitzek’s „Passagier 23“, David Forster Wallace „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“ und Slimane Kader „Ocean King“. Alle drei Bücher beleuchten das Thema Kreuzfahrt aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.

 

http://www.droemer-knaur.de/fm/48/thumbnails/9783426199190.jpg.33114946.jpgDer Psychothriller „Passagier 23“ untersucht das Verschwinden von Passagieren an Bord der Ozeanriesen während der Fahrt, in „Schrecklich amüsant“ unternimmt der Autor im Auftrag des Magazins Harper’s eine Kreuzfahrt in die Karibik und untersucht das Lebens an Bord aus Sicht eines Passagiers. And last but not least dokumentiert das Buch „Ocean King“, die Lebens- und Arbeitsbedingungen eines Arbeiters in den untersten Decks eines Luxusdampfers.

Noch vor der Reise startete ich mit Fitzeks „Passagier 23“. Beim besten Willen und den vielen Ausflugsprogrammen einer Flusskreuzfahrt in Richtung Amsterdam, hätte ich drei Bücher nun wirklich nicht geschafft. Nach der Lektüre dieses Buches war ich froh, dass wir auf dem Rhein schipperten und nicht in das Bermudadreieck der Deckslabyrinths eines Ozeanriesens eindringen. Leider muss ich immer wieder feststellen, daß ich nicht der Thriller-Leser bin und mich die Spannung eher verwirrt als fasziniert. Auch fand ich die Hauptfigur, ein falsch verstandener Undercovercop, dessen Frau und Sohn bei der Kreuzfahrt ums Leben kamen, welcher nun das Familienschicksal aufarbeitet, als zu gewöhnlich gewählt. Startet das Buch mit den Verdacht von vorgetäuschten Selbstmorden an Bord, entwickelt es sich final als Tat einer einzelnen Person, welche Kindermissbräuche auf ihre eigene Art rächt. Alles wirkt ziemlich konstruiert und am Reißbrett entworfen.

 

 

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WayjrX-9L._SX313_BO1,204,203,200_.jpgAm ersten Tag an Bord klappte ich das Buch „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“ auf. Da ich von David Forster Wallace noch das Buch „Unendlicher Spass“ angefangen im Bücherregal stehen habe, war ich froh, dass er das Thema Kreuzfahrt in weniger als 1.500 Seiten abhandelt. Zum Lesen motivierte mich ebenso der Kommentar von Harald Schmidt. An einigen Textstellen lachte ich herzlich, speziell als er das Einschiffen beschreibt und seine Bemühung beim Skeetschießen unter die Gewinner zu kommen. Insgesamt eine amüsante Beschreibung des skurrilen Bordlebens, welches mich auch bei der Flusskreuzfahrt begleitete. Da ist natürlich das fortdauernde Essen und Schlange stehen der Rentner am Buffet wie auch der Herdentrieb, selbst in der Sauna in Gruppen anzutreten. Die übertriebene Freundlichkeit des Personals beschreibt er recht nett, denn sie ist Philosophie bei so einer Reise. Ohne das Buch hätte ich eher daran gezweifelt. Mein Fazit „ziemlich lustig und gern auf ein Neues“ (Buch von ihm).

 

http://www.droemer-knaur.de/fm/48/thumbnails/978-3-426-30073-2_Druck.jpg.33635645.jpgEin Tag an Bord kann lang sein, doch das Buch „Ocean King“ lass ich an einem Bordtag im verregneten Hafenbecken von Antwerpen. Auch hier ist der Autor die Hauptfigur des Romans. Er wächst in einem Vorort von Paris auf und beschließt mit weiteren 1.999 Arbeitskräften, 6.000 Touristen zu dienen. Eigentlich soll er eher bedienen, doch bedingt durch seine schlechten Englischkenntnisse und seinem algerischen Charme landet er als Joker auf dem Schiff. Der unterste Grad im Kastensystem vermittelt ihm dann Einblicke in wirklich alle Arbeitswelten. Als Joker wird er dort eingesetzt, wo man dringend eine Arbeitskraft benötigt.

Ob es nun ein literarisches Element ist oder wirklich der glückliche Zufall, am Ende des Buches erarbeitet er sich den Traumjob auf dem Kreuzer. Diese Buch hat mir am besten gefallen und so beende ich mit Respekt vor der Arbeitsleistung des Personals meine literarische Flusskreuzfahrt von Köln über Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen mit den Worten von Slimane Kaders „Wir sitzen alle in einem Boot“.

 

 

 

Weitere Infos:   www.sebastianfitzek.de/buch/passagier-23,   www.droemer-knaur.de/buch/8418232/passagier-23,   www.randomhouse.de/Autor/David_Foster_Wallace/p77950.rhd,   www.droemer-knaur.de/buch/8165437/ocean-king,   www.unendlicherspass.de

 

Bildquellen:   Jacqueline Böttger – Bordlektüre,   http://www.droemer-knaur.de/fm/48/thumbnails/9783426199190.jpg.33114946.jpg,    http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WayjrX-9L._SX313_BO1,204,203,200_.jpg,   http://www.droemer-knaur.de/fm/48/thumbnails/978-3-426-30073-2_Druck.jpg.33635645.jpg

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