Astrid Rosenfeld – Adams Erbe

Adams ErbeGastrezension von Odette

 

Von der Macht der Familienbande

Astrid Rosenfeld

Adams Erbe

Diogenes, erschienen März 2011, 496 Seiten, TB 12,00 EUR

 

In Astrid Rosenfelds Adams Erbe werden drei und noch mehr wunderschöne, fesselnde Liebesgeschichten erzählt. Zum Verständnis wunderschön, bezieht sich auf die hinreißende Erzählweise der Autorin Astrid Rosenfeld, die es schafft, noch die kleinste Nebengeschichte ergreifend zu gestalten.

 

Das Buch ist in drei Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel wächst man mit Edward Cohen in das Jahr 2000 hinein. Er lebt in einer leicht chaotischen Familie und kann sich in ihr nicht so richtig zurechtfinden. Unter dem Dachboden schlummert ein Familiengeheimnis, welches noch nicht einmal dem ältesten Mitglied der Familie, der Oma, bekannt ist. Ebenfalls unter dem Boden, lebt der Opa in Trauer, um seinen im zweiten Weltkrieg mit den Familiendiamanten verschwundenen Bruder Adam Cohen. Edward sieht Adam sehr ähnlich und die Erinnerungen an das Familienmitglied, kommen nicht zur Ruhe.

Wie auch im zweiten Kapitel gibt es die starke Großmutter, welche das Leben des heranwachsenden Jugendlichen Adam dominiert. Sie bestärkt ihn, in den schwierigen katastrophalen Verhältnissen des Nationalsozialismus seine eigene Sicherheit gegen die Suche nach der großen Liebe einzutauschen. Er wechselt seine Identität als Jude und geht als deutscher Gärtner nach Polen, wo er die Jüdin Anna, die er aus Berlin kennt, vermutet. Um sie zu retten, tauscht er ihre Chance aus dem Warschauer Ghetto zu entkommen gegen sein Leben ein. Das Buch, welches Adam kurz vor seiner Deportation als Vermächtnis schreibt, um die Familiengeschichte zu erzählen und sein verschwinden zu erklären, findet Edward auf den Boden der Berliner Wohnung und bringt es, um den Kreis zu schliessen nach Amerika, wo er tatsächlich noch Anna die große Liebe von Adam findet. Damit bringt er das zu Ende von dem noch nicht einmal sein Onkel wissen konnte, ob es gelingt. Doch auch er hofft noch auf ein happy end mit seiner großen Liebe Amy. Das liegt allerdings in der Fantasie der Leser und endet offen.

In allen drei Kapiteln runden viele kleine Nebengeschichten die Hauptgeschichte ab. Diese kleinen Episoden, ob es sich um den singenden Chef der Elefantenherde, den Freund, welcher eine Unisex-Jeanskollektion herstellt oder den älteren polnischen Strafarbeiter, welcher aus Stofffetzen Stofftiere bastelt, handelt, machen das Buch Adams Erbe so fantastisch, lebhaft und kurzweilig. Ich habe es in wenigen Tagen verschlungen und es zog mich ich in jeder freien Minute in seinen Bann.

 

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Foto: Gaby Gerster / © Diogenes Verlag

Astrid Rosenfeld, geboren 1977 in Köln, ging nach dem Abitur für zwei Jahre nach Kalifornien, wo sie erste Berufserfahrungen am Theater sammelte. Danach begann sie eine Schauspielausbildung in Berlin, die sie nach anderthalb Jahren abbrach. Eine Zeitlang hat sie in diversen Jobs in der Filmbranche gearbeitet, unter anderem als Casterin. Ihre Romane ›Adams Erbe‹ und ›Elsa ungeheuer‹ wurden in elf Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien das Reisebuch ›Sing mir ein Lied‹ mit Fotografien von Johannes Paul Spengler. Astrid Rosenfeld lebt als freie Autorin in Berlin und Marfa, Texas.

Quelle:   Diogenes

 

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Dieses wunderbare Buch haben wir – der Literaturkreis Berlin – einer Verlosung auf der website mein-literaturkreis.de zu verdanken.

An dieser Stelle sende ich nochmals herzliche Grüße und ein großes Dankeschön an Kerstin Hämke.

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos:   www.diogenes.de,   www.mein-literaturkreis.de

Bildquelle:   Jacqueline Böttger – Cover & Gewinn Buchpaket von Mein-Literaturkreis.de.jpg,   http://www.diogenes.de/media/author_portraits/130_175/700117630.jpg

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