„Turm“-Tour in Dresden

Beitrag Turmtour FAZ 13082009 + Cover Der TurmDie „Turm-Tour“ durch Dresdens Villenviertel war der erste Ausflug des Literaturkreises Berlin. Wir fanden die Idee faszinierend, die Handlungsorte eines Buches selbst zu besuchen.

Die Nähe zu Dresden war gegeben und in nur knapp zwei Stunden Fahrt konnte unser Lesevergnügen unterwegs Wirklichkeit werden.


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Albrecht Hoch

Nach einigen Recherchen wurden wir fündig. Albrecht Hoch, Gästeführer und Historiker, führte als freischaffender Historiker seine Gäste durch die Dresdner Frauenkirche, bot diverse Dresden-Touren und die mittlerweile legendäre „Turm“-Tour an. Mit dem gebürtigen Dresdner (Jg. 1969) trafen wir uns Anfang August 2009 zu einem Streifzug durch das noble Villenviertel „Weißer Hirsch“. Unter seiner Führung begaben wir uns auf die interessante Spurensuche nach den Orten und Personen des Romans.

 

Die zweieinhalb stündige Tour startete wie das Buch, im malerischen Dorfkern von Loschwitz, in unmittelbarer Nähe des Blauen Wunders. Mit der Seilbahn überwanden wir die 96 Höhenmeter über den Elbhang hinauf ins noble Villenviertel „Weißer Hirsch“. Oben angekommen, offenbarte uns Albrecht Hoch, dass es zwar einzelne, real existierende Personen und Orte gibt, der Roman allerdings nur als Anlehnung an die Realität zu verstehen ist. Insbesondere der Schauplatz des Buches – das Funktionärs-Viertel „Ostrom“ ist reine Fiktion.

Das Viertel hat den Krieg fast unbeschadet überstanden, aber die DDR-Zeit hinterließ deutliche Spuren. Der Putz der schönen Villen bröckelte, die Farben verblassten und nur die notwendigsten Reparaturen wurden getätigt. Viele Häuser wurden zu Ostzeiten kommunal verwaltet. Mit der Wende kam der gesellschaftliche Umbruch, es folgten Verkäufe und Rückübertragungen, und mit ihm kehrte der Glanz des Viertels wieder zurück.

 

der turm-gebietskarte (1)

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Gemeinsam mit Hoch versuchten wir Tellkamps Beschreibungen zu deuten und die Häuser des „Turms“ zu erkennen. Die erste Station war das privat geführte Forschungsinstitut von Manfred von Ardenne, welcher im Roman als Arbogast fungiert und als eine der wenigen Personen des Romans real zuzuordnen ist. Danach ging es weiter auf die Suche nach den Häusern „Abendstern“, „Karavelle“ (das Haus der Hoffmanns), „Wolfsstein“, der Villa „Rosenhof“ und natürlich dem „Tausendaugenhaus“, in dem Uwe Tellkamp seinen Zweitwohnsitz bezogen haben soll.

Albrecht Hoch begeisterte uns an allen Stationen mit seinen sorgsam ausgewählten Passagen, welche er aus dem Buch vorlas. Ein Leseerlebnis der besonderen Art, wir folgten inspiriert der Handlung des Romans und waren im wahrsten Sinne des Wortes mittendrin! Eine besonders schöne Anekdote war die Vorstellung der Bäckerei „Walther“ mit den im Buch erwähnten „besten sächsischen Semmeln“, welche uns Hoch während seiner Lesung als Stärkung reichte.

Wer mehr über die Handlungsorte des Tellkamps-Romans erfahren möchte, sollte unbedingt auf „Turm“-Tour gehen und kann sich hier von unseren Fotos inspirieren lassen.

Nur wenige Tage nach unserer „Turm“-Tour erschien in der FAZ (Archiv 2009) ein Beitrag über diese imposante, kurzweilige Tour durch das Dresdner Nobelviertel „Weißer Hirsch“ (s. Foto oben). Auch heute ist die „Turm“-Tour noch aktuell und für Einzelpersonen als auch Gruppen buchbar. Den Kontakt zu Albrecht Hoch und eine umfangreicher Auswahl wunderschöner Dresden-Touren finden Sie unter www.hochtouren-dresden.de.

 

Näheres zum Roman „Der Turm“ von Uwe Tellkamp finden Sie unter der Rubrik Erlesenes/Bücher.

 

Weitere Infos:   www.hochtouren-dresden.de

Bildquellen:   Jacqueline Böttger – Beitrag Turmtour FAZ 13082009 + Cover Der Turm,   Jacqueline Böttger – der turm-gebietskarte (1),   http://www.hochtouren-dresden.de/resources/_wsb_234x299_AH2013.jpg

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