Kunst und Prosa vereint in Gotha

Herzogliche Museum GothaGastbeitrag von Odette

Das Barocke Universum

Unweit von Erfurt liegt die kleine gemütliche Stadt Gotha. Im Mittelpunkt der Stadt residiert das frühbarocke Schloss Friedenstein. Das Schloss, mit dem zu Spaziergängen einladenden weitläufigen, ältesten Landschaftspark Europas, in dem das Herzogliche Museum Gotha liegt, gehört zu den bedeutendsten Schlossanlagen Thüringens. Über Jahrhunderte sammelte und erhielten die Gothaer Herzöge Schätze aus aller Welt. Die nun in diesem klassizistischen Gebäude in attraktiv gestaltetet Ausstellungsräumen besichtigen werden können. Darunter repräsentative Dauerausstellungen italienischer Majolika, barocker Fächer, japanischer Lackkunst und nicht zu vergessen Gemälde von Cranach und Casper David Friedrich. 

Der Grund für unseren Besuch war die Sonderausstellung „Das Puschkin-Museum Moskau zu Gast“. Die Ausstellung wird vom 14. Mai bis 13. August 2017 präsentiert und zeigt Meisterwerke der französischen Kunst vom frühen 17. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution 1789. Als Literatur- und Blumenliebhaber beeindruckte mich der Kupferstich von Gerard Audran (1640-1703) „Das Reich der Flora“ nach Nicolas Poussin. Es behandelt die Allegorie auf die Herkunft der Blumen, speziell der Narzisse. Im Mittelpunkt tanzt die Göttin Flora, um sie herum tanzt die mythische Figur Narziss, der sich so in sein eigenes Spiegelbild verliebt, dass er in ihm ertrinkt. Nach seinem Tod verwandelt er sich in die blühende Narzisse.

Prosa schrieb, der in Gotha lebende Schriftsteller Hanns Cibulka. Dieser übernahm 1953 die Leitung der Stadt- und Kreisbibliothek „Heinrich Heine“ in der wunderschönen Orangerie im Gothaer Schlosspark. Die Stelle hatte er bis zu seiner Pensionierung 1985 inne. Hanns Cibulka gehört zu den kritischen DDR Autoren, der zahlreiche Lyrik und Tagebuchprosa verfasste. Cibulka verstarb 2004 in Gotha.

 

Plastik Luise DorotheaAuf dem Weg vom Schloss zur Gothaer Altstadt, begegnet dem Besucher am Anfang der Wasserkunst die Bronze-Plastik von Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Meiningen. Diese beschwingende, lebendige in goldener Farbe gehaltene Plastik wurde im April 2017 vom Bildhauer Bernd Göbel eingeweiht und stellt die selbstbewusste und kunstverliebte junge Adlige dar. In der Innenstadt trifft man passend zum Reformationsjubiläum noch Martin Luther an. Dieser wäre fast in dem Haus „Zur Löwenburg“ in Gotha gestorben. 1537 befand er sich auf dem Weg nach Weimar und erkrankte hier schwer. Da er dachte, er müsse sterben, verfasste er sein Testament und bestimmte Gotha zur Begräbnisstätte. Der Reformator erholte sich und reiste weiter.

Wer in Gotha übernachten möchte, dem sei ein Besuch des barocken Ekhof Theaters empfohlen. Mit seiner technischen Ausstattung von 1683, welche 1774 modernisiert wurde, zählt es zu den ältesten, bespielten Theatern in Deutschland.

 

Weitere Infos:   www.stiftung-friedenstein.dehttp://www.gotha.de

Bildquellen:   Odette Nathke

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